Der Twitter-Feminismus

Quelle: Fischer Taschenbuch

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Feminismus, fuck yeah! Das ist der neue feministische Kampfschrei; zumindest wenn es nach der Onlinefeministin Anne Wizorek geht. Diese ist durch den Twitter-Hashtag aufschrei landesweit bekannt geworden. Zu einem Hashtag gebündelt, diskutierten und berichteten darin Frauen über Sexismen und sexuelle Diskriminierung von Frauen. Über ihre eigene Motivation, ihre Vorbilder und feministischen Positionen berichtet Wizorek nun in ihrem neuen Buch (ganz recht, sie bedient damit auch die analoge Öffentlichkeit) Weil ein #aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute. Ihr gedrucktes Werk ist provokativ, manchmal auch subversiv, aber immer ehrlich, vermittelt aber kaum Neues.

Weil ein #aufschrei nicht reicht ist in zwei sehr unterschiedliche Teile untergliedert. Im ersten Teil Don´t call it a comeback! Eine feministische Agenda für jetzt beleuchtet sie typische Themen des deutschen Feminismus, von Frauenquote über sexuelle Gewalt bis hin zu den Rechten sexueller Minderheiten, sprich, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transmenschen, Queermenschen und Intersexuelle. Gerade zu klassisch hackt sie feministische Positionen dazu ab, leider ohne besondere qualitative Tiefe. Weiterlesen

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Keine linken Inhalte? Höger kritisiert Regierungsbeteiligungen

In einem Interview für ein Onlinemagazin äusserte Inge Höger, linke Bundestagsabgeordnete aus Nordrhein-Westfalen, scharfe Kritik an Regierungsbeteiligungen ihrer Partei. In Brandenburg, wo Die Linke gerade wieder mit der SPD eine Koalitionsregierung gebildet hat, habe ihre Partei “in den letzten 5 Jahren an der Regierung eigentlich nur SPD Positionen vertreten” und “über 10% der Stimmen verloren.” Das zeige, so Höger, “dass die Wählerinnen und Wähler unzufrieden gewesen sind.” Nicht besser beurteilt sie die Regierungsbeteiligung der Linken in Thüringen, wo am heutigen Tag die Koalitionsverhandlungen mit SPD und Grünen erfolgreich abgeschlossen werden konnten und Bodo Ramelow am 5. Dezember zum ersten linken Ministerpräsidenten der Bundesrepublik gewählt werden soll. Weiterlesen

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Westverbände melden sich zu Wort

Nach den Strömungen und einzelnen Mitgliedern der Partei Die Linke haben sich nun auch die Vorstände zweier Landesverbände im Rahmen der aktuellen Diskussion zu den Geschehnissen am 9. und 10.11.2014 zu Wort gemeldet. Der geschäftsführende Landesvorstand aus Baden-Württemberg, zu dessen Verband die Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Heike Hänsel gehören, hat dazu am heutigen Tag eine längere Erklärung veröffentlicht. Etwas weniger öffentlich äusserte sich nach Presseberichten der Landesvorstand der Linken in NRW, dem Heimatverband von Inge Höger. Dieser fordert demnach personelle Konsequenzen in der Führung der Bundespartei. Weiterlesen

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Mehr Klarheit, weniger Dummheit

Wer das aktuelle Interview der linken Bundestagsabgeordneten Inge Höger in der “taz” liest, wird sich verwundert die Augen reiben. Ihr war “so nicht klar” wie der von ihr und ihren Genossinnen eingeladene Max Blumenthal so drauf ist. Und sie bedauert dann auch zutiefst, dass durch ihre tatkräftige Unterstützung ihren israelkritischen Gästen “die Möglichkeit gegeben wurde, dass Gregor Gysi so bedrängt und im Netz bloßgestellt werden konnte.” Man fragt sich beim Lesen, ob eine solche Naivität einfach nur schlecht gespielt ist oder tatsächlich den politischen Bewusstseinszustand Högers wiedergibt. Weiterlesen

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Stilles Örtchen?

Es war absehbar, dass die Geschehnisse um die Einladung israelkritischer Journalisten durch Abgeordnete der Linken und die per Kamera öffentlich gemachte Jagd auf Gregor Gysi noch nicht mit einer Entschuldigung und einer Erklärung der Bundestagsfraktion aufgearbeitet sein werden. Der Aufruf “Ihr sprecht nicht für uns!“, der vom Bundesgeschäftsführer der Partei, zahlreichen Abgeordneten, Funktionsträgern und einfachen Mitgliedern unterstützt wird, dient nun anderen Teilen der Partei dazu die ewigen Grabenkämpfe wieder aufzunehmen. Auch wenn die zwei Spitzen der Fraktion in ungewohnter Eintracht, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven, ein Ende der Debatte fordern, dürfte der Streit über Kurs und Ziel der Linken zunächst wieder offen ausgebrochen sein. Weiterlesen

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Konsequenzen-Waterloo statt Toilettengate?

Die durch Internetvideos belegten persönlichen Angriffe zweier Journalisten auf den Fraktionsvorsitzenden der Fraktion Die Linke lassen die Partei auch zum Ende dieser Woche nicht zur Ruhe kommen. Die Journalisten mit zweifelhaften Ruf hatten mit tätiger Mithilfe der linken Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel, Inge Höger und Annette Groth öffentlichkeitswirksam Gregor Gysi zur Rede stellen wollen. Dieser hatte eine von Höger & Co. geplante Veranstaltung unterbunden. Beide Journalisten stehen im Ruf Thesen über die israelische Gesellschaft zu verbreiten, die sowohl Staat als auch Gemeinwesen dieses Landes in die Nähe faschistischer Täterideologien rücken. Weiterlesen

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Novemberlinke

Die Feierlichkeiten zum Fall der Berliner Mauer hat Die Linke nicht genutzt um in eine neue Qualität der Trauerkultur um die Opfer der SED-Herrschaft zu gelangen. Der Auftritt von Wolf Biermann im Bundestag zeigt dagegen, wie leicht sich die politische Elite der Partei in eine Täterrolle manövrieren lässt. Ein Zufall ist dies nicht. Die Abkehr vom autoritären Staatssozialismus war nie von einer Empathie zu den Opfern linker Gewaltherrschaft, sondern immer von weltanschaulichen Zweckmäßigkeitserwägungen getragen. Sie fußt in den faulen Kompromissen eines politischen Sammlungsbeckens, welches sich euphemistisch als Mosaiklinke bezeichnet. Eine ideologische Gefühlskälte, die sich nun rächt und eine Hypothek für die Neudurchdenkung linken Rollenverständnisses im beginnenden 21. Jahrhundert wird. Zugleich ist dieser emotionale Autismus die Triebkraft für die Betonlinke in Partei und Fraktion ihre Abrechnung mit den Reformkräften weiter voranzutreiben. Jagdszenen inklusive. Weiterlesen

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Der Penis der Anarchie

Quelle: Wagenbach Verlag

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Stolz sticht er im russischen Sankt Petersburg hervor: Der riesige fluoreszierende Phallus an der Liteiny-Brücke. Gemalt hat ihn die anarchistische und kompromisslose Künstlergruppe Wojna – die russische Vokabel für Krieg. Wojna hat dem repressiven russischen Regime, ja, dem Staat per se, der spießigen, unfreien Gesellschaft und der Herrschaft der orthodoxen Kirche den Krieg angesagt – mit ihren subversiven und konspirativen Performance-Kunstmethoden. Der junge französische Schriftsteller Arthur Larrue hat einen hintergründigen, surreal-satirischen und ernsthaft-unterhaltsamen Roman über die drei in der Illegalität lebenden Künstler geschrieben.

Larrue selbst unterrichtete vier Jahre lang an der Universität von Petersburg, und lebte für seinen Roman, der eine Nacht mit zahlreichen Rückblenden in Petersburg beinhaltet, ganze drei Monate mit den Künstlern zusammen und verlor wegen diesem Buch sowohl seinen Job als auch sein Visum. Er wurde damit selbst zu einem mit Anarchisten sympathisierenden, literarischen Dissidenten – par excellence. Weiterlesen

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Was ist da los Frau Kaminski? Haben die Vorsitzenden des Kreisverbandes Hannover Mitglieder der Linken von den Nachrückerlisten zu den kommunalen Vertretungen streichen lassen?

Der Vorwurf klingt unglaublich. Die Vorsitzenden des Kreisverbandes der Linken in Hannover, Maren Kaminski und Gunda Pollok-Jabbi, sollen der hannoverschen Stadtverwaltung mitgeteilt haben, dass Mitglieder, die auf den Nachrückerlisten für die kommunalen Vertretungen aufgeführt waren, die Partei verlassen hätten. Ferner, und damit nicht weniger fragwürdig, sollen parteilose Kandidaten der Kommunalwahl 2011 auf Veranlassung der Vorsitzenden von besagten Listen gestrichen worden sein. Das wesentliche Problem: Die vermeintlich ausgetretenen Mitglieder sind nach wie vor Mitglieder der Partei. Weiterlesen

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Was war da los Herr Oliver Klauke? Mitarbeiter des linken Bundestagsabgeordneten Diether Dehm bestellt auf Montagmahnwache in Hannover Grüße im Namen der gesamten Bundestagsfraktion!

Am Montag, dem 20.10.2014, einem herbstlich nasskalten Tag in Hannover, kam es zu einem Ritual, an das sich die Passanten in der Landeshauptstadt bereits gewöhnt haben. Chronisch gelangweilte Apokalypseapostel der sogenannten Mahnwachen für den Frieden ließen es sich zum nunmehr 29. Mal nicht nehmen, ihre frohe Endzeitbotschaft unter das komplett desinteressierte Volk zu bringen. Neben dem üblichen Hinweisen, dass das Ende nah sei und einer erstaunlich großzügigen Verständnislage für Krimannektierer Putin, gesellte sich im Verlauf des Abends dann eine von kurdischen und/oder jessidischen Mitbürgern geprägte Demonstration den bis dahin völlig marginalisierten Mahnwichteln hinzu. Im Schlepptau hatte diese Truppe illustres Personal der örtlichen Partei Die Linke zu bieten. Weiterlesen

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