Kurz notiert: Keine Neuwahl in Hannover

Die Bundesschiedskommission der Partei Die Linke hat auf Antrag des niedersächsischen Bundestagsabgeordneten Dehm das kürzlich ergangene Urteil der Landesschiedskommission kassiert. Damit müssen nun am 5.Februar in Hannover doch keine neuen Delegierten des grössten niedersächsischen Kreisverbandes gewählt werden. Mit den ursprünglich im Dezember bestimmten Delegierten dürfte die Wahl des Bundestagsabgeordneten Herbert Behrens zum Nachfolger des glücklosen Ex-Fraktionsvorsitzenden Manfred Sohn als wahrscheinlich gelten. Behrens wird parteiintern als Wunschkandidat seines Fraktionskollegen Dehm für den am 7.Februar neu zu bestimmenden Vorsitz der Sozialisten in Niedersachsen gehandelt.
(mb)

Veröffentlicht unter Diether Dehm, Hannover, Landespolitik, LINKE, Niedersachsen, Parteitag | Hinterlasse einen Kommentar

Kurz notiert: Meinungsfreiheit, Religion und Leichenfledderei

Der Mangel unserer Zeit ist nicht der Mangel an Meinungen, sondern der Mangel an der Lust einer systematischen Ordnung eigener Erklärungsansätze. Zu diesem Schluss kann zumindest ein jeder gelangen, der sein Denken darin schult eine gewisse Kategorialität einzuhalten. Sie ist Voraussetzung tieferer Erkenntnis. Das Gegenteil von einer nur ungestümen emotionalen Reaktion auf das Verständnis, dass der Mensch und damit seine Konfrontation mit der Wirklichkeit, eingebettet in prozesshafte Abläufe ist, die insofern eine Vorgeschichte haben, als das eigentlich Menschliche das Ergebnis eines Prozesses ist, in dem sich Voraussetzungen zusammengefunden haben, die dieses Eigentliche erst ermöglicht haben. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kommentar | Hinterlasse einen Kommentar

Zu den Uni-Wahlen in Hannover 2015: Das Scheitern der „Rudi-Dutschke-Gedächtniszwerge“

Auch im Jahr 2015 war die Studentenschaft der Leibniz Universität Hannover dazu aufgerufen die Vertreter der studentischen Selbstverwaltung und der akademischen Mitbestimmung zu wählen. Die Partei DIE LINKE wurde dabei durch ihre örtliche Hochschulgruppe vertreten. Selbige wurde angeführt von ihrem Spitzenkandidaten Johannes Esbjörn Drücker. Seines Zeichen Mitbewohner des Dehm Mitarbeiters und Marx21-Aktivisten Oliver Klauke. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kommentar, LINKE, Niedersachsen, SDS | Hinterlasse einen Kommentar

Das Ende der freien Liebe?

Quelle: Rotbuch Verlag

Quelle: Rotbuch Verlag

Was wurde nicht alles über die 68er geschrieben, besonders über deren vermeintliche sexuelle Revolution, doch bislang fehlte ein vollständiges Geschichtswerk des 68er-Sexes und ihrer Wirkung bis in die Gegenwart. Jetzt hat die Schriftstellerin und Journalistin Ulrike Heider endlich ein solches langersehntes Buch geschrieben, nämlich Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Leider ist dieses Buch der Alt-68erin in vielen Teilen ziemlich verfehlt und von zweifelhafter Seriosität.

Ihr Werk ist eine Mixtur aus Autobiographie und historisch-sozialer Analyse der Sexrevolte: Sehr viel Persönliches und Subjektives, eigene Lebenserfahrungen in den 68ern, wie sie etwa die freie Liebe lebte und mit ihren eigentlich aufgeschlossenen Eltern über vorehelichen Sex stritt, vereinen sich mit Analysen von Filmen, wie von Oswald Kolle, über philosophische Werke von Herbert Marcuse, Michel Foucault oder Judith Butler bis hin zu gelebten Versuchen des freien, nicht von Prüderie oder Unterdrückung gekennzeichneten Sexes in der Kommune I. Leider ist ihre Auswahl an besprochenen Phänomenen ebenfalls sehr subjektiv und keinesfalls erschöpfend. So lässt sich nur schwer nachvollziehen, nach welchen Kriterien sie etwa so wenig über Simone de Beauvoir oder Ulrike Meinhof schreibt oder anderes ganz verschweigt, diesbezüglich bleibt sie intransparent und arbeitet hier ohne stringente Methodik. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kultur, Linke Literatur, Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Pleite für Dehm & Co.: Delegiertenwahlen der Linken in Hannover müssen wiederholt werden

Die Delegiertenwahlen des Kreisverbandes Hannover zum Landesparteitag der Linken in Niedersachsen müssen wiederholt werden. So entschied es, wie jetzt bekannt wurde, die Schiedskommission des Landesverbandes in der vergangenen Woche. Ein Mitglied der Wahlkommission hatte die Wahl angefochten. Gerügt wurde ein Verfahrensfehler, der nach Angaben des Parteigerichts so schwerwiegend war, dass die gesamten Wahlen wiederholt werden müssen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Diether Dehm, Hannover, Kommunalpolitik, Landespolitik, LINKE, Niedersachsen | Hinterlasse einen Kommentar

Die organisierte Banalität des Bösen

Quelle: Suhrkamp Verlag

Quelle: Suhrkamp Verlag

Wie erklärt man den Holocaust? Wie erklärt man, dass Tausende von Menschen, die privat vollkommen unauffällig waren, Millionen von anderen Menschen in Konzentrationslager deportierten und dort folterten und töteten. Die politische Theoretikerin Hannah Arendt hat bereits in ihrem Eichmann-Report die These der Banalität des Bösen aufgestellt, von Akteuren, die aufhörten, sich als Personen zu sehen und schlicht Befehle akribisch und intelligent durchführten, ohne fähig zu sein, in einem stillen reflektierenden Dialog mit sich selbst zu treten. Der Historiker Christoph Browning ging dagegen davon aus, dass ganz normale Deutsche, durch ein Bündel von Faktoren, wie Alkoholismus, Kameradschaft und Ideologie dazu gebracht wurden, als Antisemiten, dieses Verbrechen an der Menschlichkeit zu begehen. Wieder eher flache Theorien, die schon im Erklärungsansatz scheitern, unterstellen den Tätern einen extremen Sadismus, was alleine nicht für eine solch organisierte massenhafte Morde ausschlaggebend sein kann.

Während die Geschichtswissenschaft, die Politikwissenschaft, die Philosophie und die Sozialpsychologie die Thematik Holocaust abarbeitete, stand die Soziologie bislang leer da. Der Soziologe Stefan Kühl hat dies nun geändert mit seiner Monographie Ganz normale Organisationen. Zur Soziologie des Holocaust, in der er systemsoziologisch eine Erklärung für den Holocaust bieten möchte. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Kultur, Linke Literatur, Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Kritik nach dem linken Hype

Quelle: transcript Verlag

Quelle: transcript Verlag

Unser Menschenrecht auf Datenschutz wird täglich unterminiert – in der Sphäre des Digitalen, einerseits durch Staaten, die eine ausgebaute Überwachungspraxis betreiben, wie die USA mit der National Security Agency (NSA) oder durch Konzerne, wie Google, Facebook und Co., die unsere Daten horten und an den Meistbietenden verscherbeln – und damit beispielsweise auch die NSA unterstützen. Die riesigen entstehenden digitalen Datenmengen, die alles zuvor existente Mediale exorbitant übertreffen, werden seit Jahren unter dem Namen Big Data summiert. Jetzt, ein paar Jahre nach dem großen Hype, hat der Medienwissenschaftler Ramón Reichert den Sammelband Big Data. Analysen zum digitalen Wandel von Wissen, Macht und Ökonomie herausgegeben.

Das Buch umfasst 22 Beiträge in insgesamt fünf Überkapiteln von führenden Medien- und Kommunikationswissenschaftlern, Netzaktivisten, Philosophen, Kulturwissenschaftlern, Anthropologen etc. Die fünf Kapitel Big Data Humanities, Geschichte und Theorie der Daten, Digitale Methoden, Dataveillance: Algorithmen, Graphen und Protokolle und Digitale Technologien und soziale Ordnungsvorstellungen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Kapitalismus, Kultur, Linke Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Friedenswinter und Betonlinke oder Die fatale Wirkung der „Systemkritik“ der ganz dummen Kerls!

Dr. Diether Dehm (MdB, Die Linke), Lars Mährholz und Ken Jebsen am 13.12.2014 in Berlin - Foto: Frank Kopperschläger

Wächst zusammen, was zusammen gärt? – Foto: Frank Kopperschläger

Die Friedensbewegung wird in der Republik zunehmend zum Beuteobjekt rechter Quertreiber. Hinter vermeintlich friedensbewegten Positionen zeigt sich völlig unverhohlen ein hasserfüllter Kriegszug gegen eine offene und bürgerbewegte Gesellschaft. Mahnwachen, HOGESA und PEGIDA haben dabei eine gemeinsame Wurzel. Daher bedeutet die Öffnung der westdeutschen Linke in Richtung von Märholz und Jebsens viralem rechtslastigen Marketingprojekt der Mahnwachen, das Anlegen der Axt an politische Kompromisse innerhalb der Partei Die Linke. Bleibt dies konsequenzenlos, verabschiedet sich die Partei als emanzipatorische Kraft eines für die Bundesrepublik dringend notwendigen Mitte-Links-Bündnisses. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Bundespartei, Bundestagsfraktion, Diether Dehm, Gegen Rechts, Kapitalismus, Kommentar, LINKE, Toilettengate | 1 Kommentar

Von Opportunisten und Dissidenten

Quelle: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Quelle: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war sie der Star – die estnisch-finnische Gothic-Subkultur-Autorin Sofi Oksanen, die mit ihrem neuen Roman Als die Tauben verschwanden eine ergreifende Geschichte über die estnische Besatzung durch das deutsche Nazireich und die Sowjetunion im zwanzigsten Jahrhundert erzählt – ein Roman über Dissidenten, Freiheitskämpfer, Opportunisten, totale Herrschaft und gescheiterte Existenzen.

Als die Tauben verschwanden ist bereits Oksanens dritter Roman, und er ist sehr mit der Geschichte Estlands und ihren eigenen Eindrücken verbunden. In sechs Buchteilen umfasst der Roman die estnische Geschichte von 1941, über den Kampf gegen die Nationalsozialisten bis zum Jahr 1966, nun unter sowjetischer Besatzung. Den Beginn – daher auch der Titel des Romans – der Besatzung und der Unterdrückung markiert das Verschwinden der Tauben, als die Nazis diese brutal schlachten, um nicht auf Fleisch verzichten zu müssen. Ihr Verschwinden ist äquivalent mit dem Auftauchen der totalitären Herrschaft. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Antifaschismus, Kultur, Linke Literatur, Rezension | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Menetekel Hannover: Dehm-Gegner verlieren Hegemonie im Kreisverband

Am letzten Wochenende traf sich der Kreisverband der Linken in der Landeshauptstadt Hannover um die Delegierten für den Landesparteitag im nächsten Februar zu wählen. Gleichwohl ging es um deutlich mehr. Denn die Beherrschung des Delegiertenkörpers aus Hannover erlaubt nahezu im Alleingang die Durchsetzung machtpolitischer Ambitionen im ganzen Landesverband. Nach der Entscheidung vom Wochenende dürfte die Wahl von Herbert Behrens zum Nachfolger des scheidenden Landesvorsitzenden und einstigen Fraktionsvorsitzenden Manfred Sohn nur noch eine Formsache sein. Damit geht schlussendlich der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Diether Dehm als Sieger aus dem seit Monaten schwelenden Machtkampf um den Landesverband hervor. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Antisemitismus, Diether Dehm, Hannover, Kommunalpolitik, Landespolitik, LINKE, Niedersachsen | Hinterlasse einen Kommentar