Noch kein Wechsel in Sicht

Quelle: Linke Sachsen

Quelle: Linke Sachsen

In 14 Tagen schliessen die Wahllokale im Freistaat Sachsen und beenden damit den ersten von drei Landtagswahlkämpfen diesen Jahres. Wie auch zwei Wochen später in Brandenburg und Thüringen orientiert Die Linke auf eine Regierungsbeteiligung. Nach 25 Jahren CDU-Regierung wollen die Genossen um den Spitzenkandidaten, Landesvorsitzenden und bisherigen Fraktionsvorsitzenden Rico Gebhardt ein Rot-Rot-Grünes Bündnis schmieden. Anders als in Brandenburg, wo die Fortsetzung der Koalition mit der SPD möglich scheint, und Thüringen, wo Die Linke sich sogar Chancen ausrechnet den Ministerpräsidenten zu stellen, ist in Sachsen das Rennen noch offen und eine Regierungsbeteiligung der Sozialisten eher unwahrscheinlich. Weiterlesen

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Die Emanzipation der wilden Hündin

Quelle: Verlag Klaus Wagenbach

Quelle: Verlag Klaus Wagenbach

Gewalt und Blut, Geld und Statussymbole, Sex und laute Musik, Drogen und Kriminalität sowie ein verzweifelter Emanzipationsversuch, der einen nur noch mehr ins Unglück stürzt. All das hat der derb-schrille Debütroman Königin und Kojoten von Orfa Alarcón zu bieten. Das Buch ist ein typischer und gelungener Narco-Roman über mexikanische Drogenkartelle, aber mit einigen Schwächen in der deutschen Übersetzung von Angelica Ammar.

Perra brava heißt der Roman im spanisch-mexikanischen Original, was soviel bedeutet, wie wilde Hündin. Dieser Titel passt noch besser zum Buch als das deutsche Pendant. Denn das Motiv der wilden Hündin durchzieht das ganze Werk: etwa mit der Hip-Hop-Musik der Band Cartel de Santa, die es auch in der Realität gibt, die ständig sexistisch und gewaltverherrlichend daher rappt und deren brutaler Anführer MC Babo einen Freund erschoss und auf Kaution, die die Fans aufbrachten, wieder frei gelassen würde – die wichtigsten Protagonisten, darunter auch die Ich-Erzählerin Fernanda und ihr Freund und Gangsterboss Julio verehren Babo natürlich. Das wilde-Hündin-Motiv wird auch anhand des Verhaltens von Fernanda demonstriert: Sie ist die Freundin von Julio, dessen Gruppe sich selbst, in Anlehnung an das Cartel de Santa, die Kojoten nennt. Fernanda, die sich zunehmend im Duktus von Julio und seinen Kojoten verhält, ist dementsprechend eine Hündin, die immer wilder wird (auch im Zuge ihres scheiternden Emanzipationsprozesses), gleichzeitig aber die Prinzessin von Julio und des ganzen Hauses sein will, als einzige Frau. So erklärt sich auch der dennoch gut gewählte deutsche Titel. Weiterlesen

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Bodo soll es richten – Linke in Thüringen startet in heisse Wahlkampfphase

Quelle: Facebook

Quelle: Facebook

Vor dem Erfurter Landtag haben am heutigen Montag der Spitzenkandidat Bodo Ramelow und die Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow die Wahlkampagne für die in 40 Tagen stattfindende Landtagswahl vorgestellt. Mit 180 Großflächenplakaten, fast 80.000 A1 Plakaten, 650.000 Wahlzeitungen, 100.000 Themenhandzetteln, 550.000 Bürgerbriefen und 300.000 Kurzwahlprogrammen sollen die Thüringer davon überzeugt werden, dass ein Politikwechsel nach 25 Jahren CDU-Regierung nur dann möglich ist, wenn Die Linke wieder zweitstärkste Kraft wird. Die Themen Wirtschaft, Solidarität, Bildung, Frauen und Sicherheit stehen dabei im inhaltlichen Fokus der Kampagne. Zentrales Thema ist aber der auf allen Plakaten omnipräsente Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Bodo Ramelow, der sich gute Chancen ausrechnet in wenigen Wochen der erste linke Ministerpräsident zu werden. Weiterlesen

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Wolfgang Gehrcke (Die Linke) in der Sommerpause! Man(n) wird wohl doch noch mal sagen dürfen…

Es gibt pawlowsche Reflexe, auf die kann gewettet werden. Sobald die Hamas eine militärische Operation beginnt und damit auf Eskalation setzt, um ihr Regime nach Innen und Außen zu legitimieren, ist er da, der Teil der deutschen Linken, der noch in den Kategorien des kalten Krieges denkt.

Einen erneuten Beweis liefert dabei der hessische Bundestagsabgeordnete der Linken, Wolfgang Gehrcke, der auf dem sozialen Netzwerk Facebook einer von ihm verfassten Stellungnahme die Schwere einer Fraktionsverlautbarung zu geben versucht. Dabei dürfte klar sein, dass zumindest ein Teil der Fraktion, diese völlig einseitige und von Verkürzungen lebende Empörungsrhetorik nicht teilt. Denn neben der üblichen antimilitaristischen Gefechtsfeldlyrik, die komischerweise immer nur dann gilt, wenn die Falschen Krieg führen, strotzt die Erklärung vor zugespitzten Schuldzuweisungen, die den Begriff Parteilichkeit auf neue Weise zu denken gebieten. Weiterlesen

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Vom Ende der liberalen Enthaltsamkeit

Bildquelle: Suhrkamp Verlag

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Es gilt als Konsens des Liberalismus, dass die Politik, der Staat, der Souverän, wer auch immer das sein sollte, sich aus dem Privatleben der Menschen – ob in Individuum oder der Gemeinschaft von Familie und Freundschaft – sich herauszuhalten hat, nicht zu dekretieren hat, denn alles andere wäre autoritär und monistisch. Damit steht der Liberalismus immerhin in der großartigen Tradition der klassisch-griechischen Staatlichkeit, vor allem zu Zeiten der attischen Demokratie, in welcher die Sphäre des Öffentlichen, des Bürgerlichen, des Politischen – also die Polis -, an der die Vollbürger als Freie und Gleiche partizipieren dürften, von der Sphäre des Privaten, des Wirtschaftlichen, des eigenen Haushalts, in dem auch sozioökonomische und –kulturelle Unterschiede weiter bestehen dürften – also der Oikos – streng zu separieren war, und die Sphären eigentlich nicht vermischt werden sollten, um in der Politik nicht von Privatinteressen manipuliert zu werden. Diese klassische Teilung ist aber partiell obsolet, so könnte die praktische Philosophin Rahel Jaeggi behaupten, folgt man ihrer Habilitationsschrift Kritik von Lebensformen. Weiterlesen

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Es ist wie es ist

Im Zuge der aktuellen Demonstrationen gegen den israelischen Militäreinsatz kommt es landauf, landab auch zu unschönen israelfeindlichen, gar antisemitischen Ausbrüchen der deutschen und zugereisten Volksseele. Ja, es gibt, wie vom Berliner Linkenchef Klaus Lederer im Tagesspiegel beklagt, Plakate “wo Davidstern und Hakenkreuz kombiniert wird oder „Gestern angeblich Opfer, heute Täter“ geschrieben steht”. Und richtig ist auch, dass Teile der westdeutschen Linken solche Demonstrationen organisieren und tatkräftig unterstützen. Dabei stört es die Genossen zwischen Elbe und Rhein auch nicht, wenn der eine oder andere Bündnispartner ein fröhliches “Jude,Jude,feiges Schwein,komm heraus und kämpf alleine!” in das progromgeschwängerte deutsche Sommerloch ruft. Weiterlesen

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Eine Bücherkolumne über linke Autoren

Es ist kein Wunder, dass die meisten Schriftsteller und Intellektuellen politisch gesehen links der Mitte zu positionieren sind. Die Teile der Intelligenzija, die nicht egoistisch daran dachten, ihre Fähigkeiten zur Mehrung des eigenen Vorteils einzusetzen, sondern aus moralischen, ja ethisch-normativen Intentionen heraus agierten, waren die meiste Zeit progressive Intellektuelle, die versuchten, politische und soziale Gerechtigkeit herzustellen oder diese zu verbessern. Daraus ergibt sich ergo aus gutem Grund eine linke, sozialkritische Perspektive, zumal da der Kapitalismus als System nicht den Wohlstand jedes Einzelnen verbessert, sondern nur den einiger weniger. Sogar viele Kritiker des Sowjetsystems kritisierten ja keinesfalls den Sozialismus per se, sondern setzen sich häufig für diesen gegen das Unrechtsregime ein und wurden so zu linken Dissidenten in der kommunistischen Diktatur. Weiterlesen

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Kurz kommentiert: Ohne Rückgrat in den faulen Kompromiss

Da ist sie wieder: Die weltpolitische Ausgangslage, die die Retrolinke aus ihren Löchern kriechen lässt. In der Ukraine kämpfen freiheitsliebende Ethnorussen gegen vom internationalen Kapital gesteuerte Ukrainofaschisten. Israelozionisten töten Kinder in Gaza, nur weil deren Väter die Erben Zions mit völlig harmlosen Feuerwerkskörpern erfreuen wollen. Diese halluzinierte Ausgangslage reicht völlig aus, um in den Westverbänden der Partei Die Linke, den großen Schulterschluss zwischen rechten und linken analen Zwangscharakteren zu schließen. Alles was da nicht in die antiwestliche Liga gesellschaftlicher Randzonenbefruchter passt, wird dann noch in die Schablone der Kampfstiefelspringerpresse genagelt. Fertig ist das Weltbild, welches uneingeschränkt demoanschlussfähig ist, an die Welt von Hamas-Verharmlosern sowie den chronischen Israelhassern auf der rechten und linken Seite des Flusses namens Antisemitismus. Da passen dann auch Presseerklärungen der Bundestagsfraktion in die Gemengelage, die den barbarischen Abschuss eines Linienflugzeugs über dem Krisengebiet der Ostukraine, gnadenlos dafür nutzen, mehr oder wenig unterschwellig, erneut einseitige Schuldzuweisungen über die Konfliktlage zu transportieren. Zivile Opfer scheinen immer am geeignetsten für die eigene Propaganda zu funktionieren. Insbesondere bei den Putin-Verstehern. Weiterlesen

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Potemkin investigativ: „Muttis schrille Reserve“! Auf diese linke(n) Linke(n) kann Merkel im Bundestag bauen!

Während in Berlin die Parteireformer anlässlich des Neustarts ihrer Strömung, dem sogenannten Forum demokratischer Sozialismus, einen kulturvollen Umgang mit „Allen“ und „Jedem“ in der Partei einüben, wurde die Potemkin Redaktion nicht müde, die wahren Verantwortlichen für die bundespolitische Isolation der Partei Die Linke zu recherchieren. Unsere investigativen Nachforschungen ergaben, dass weite Teile der bundesrepublikanischen Politiklandschaft bisher völlig falsch gedacht worden sind und die Geschichte dieses Landes gegebenenfalls neu geschrieben werden muss. Angelas Merkels beste Leute sitzen nicht in der christdemokratischen Fraktion. Nein, die Kanzlerin kann auch auf einen Kern äußerst verlässlicher Abgeordnete der Partei Die Linke bauen, um ihre Macht in adenauerischer Tradition bis ins Unendliche zu dehnen. Dass dies kein Zufall ist, wird durch streng geheime Dokumente, den sogenannten „Merkel Tagebüchern“, aus der CDU-Zentrale belegt. Diese konnten unter geheimnisvollen Umständen von unserer Redaktion eingesehen werden. Perfide wird dort aufgelistet, wie dreist die Bourgeoisie und ihre Lobbyentourage dabei die Pluralität unserer geliebten modernen linken Partei für ihre eigenen Interessen schamlos ausnutzt. Weiterlesen

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Eine Standortbestimmung: Fünf Jahre Potemkin. Danke für den Hinweis Genosse Hoff!

Zum letzten Wochenende, dem Wochenende, an dem die Reformer der Partei Die Linke über ihre Zukunft berieten, erreichte die Redaktion unseres kleinen Internetprojekts „unverhofft“ und indirekt eine frohe Botschaft. Absender war Benjamin-Immanuel Hoff, seines Zeichens Mitglied der Partei, Strömungskumpel, zumindest eines Teils der Redaktion, und offensichtlich wenig begeisterter Leser unseres mit kleinen Glossen gespickten geliebten kleinen Webpanzerkreuzers. Hoffs O-Ton auf Facebook:

Es gibt eine Art von breitbeinigem Politmackertum, die stets ohne Klarnamen auftritt, sich der Debatte selbst nicht stellt, aber im Schutz der Halbanonymität eines Internet-Forums diejenigen beleidigt, die sich offen der Diskussion und Kritik stellen. Sie nerven und sind groß darin, mehr kaputt zu machen als sie je selbst aufbauten. Ja, dich (jpsb), meine ich.

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